Die gesammtelten Werke der „Lyrik des Tages”

Gesammelte Lyrik

Die gesammelte Lyrik der letzten Jahre, alphabetisch nach Nutzernamen sortiert, findest du hier. Du möchstest deine Lyrik auch hier veröffentlichen? Dann schau einfach bei der »Lyrik des Tages« vorbei und fülle das Formular mit deinen lyrischen Inhalten aus. Viel Erfolg!

Lyrik des Tages

Himmlischer Verwandlungen

Gestern Abend blickte aus den Wolken
ein greises Katzengesicht auf mich nieder:
Naseweis, der Schlawiner!

Als ich kurz danach vom Buch aufschaute,
war er fort, der alte Schmeichelkater,
dafür ein grimmiges Löwengesicht.

Sekunden später war auch dies und mit ihm
ein goldener Drache, der von dunklem
Wolkengebrösel umgeben war, gänzlich verschwunden. - Der Himmel war wieder ein unbeschriebenes Blatt.
von Annelie Kelch, veröffentlicht am 24. November 2016
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Lyrik des Tages

Red tides

Neben dem Alpenglühn
kennt man das Algenblühn.
Ganz nebenbei: Algen blühen mitnichten
eben so wenig wie Nilpferde dichten
können; die Alge vermehrt sich entweder rot, was gefährlich ist und Tod
bedeuten kann – oder grün:
Das nennt man „Algenblühn“.
von Annelie Kelch, veröffentlicht am 24. November 2016
5
Lyrik des Tages

Walnüsse im Schnee

Im Schnee: die Spur
eines Sologängers;
aber wir waren ein Duo:
Ich trat in deine Fußstapfen.

Das Unsagbare lag zwischen uns
wie der Schnee inmitten meines
Spagats; er blieb unberührt
von meínen Gedankengängen.
Vielleicht, dass ich irgendwann
ein Land entdecke, das deinen
Namen trägt.

Alles, was wir damals fanden, war
das Fragment eines Schneemanns:
Die rote Karottennase trug
ein Eichhörnchen davon;
die Kohlenaugen schnappte sich
der Hund eines Spaziergängers;
unter dem schwarzen Zylinder
schläft seit vorgestern der
müde Kopf eines Bettlers.

Wir knackten die letzten Knöpfe
vom weißen Wanst des Schneemanns
und aßen die Kerne auf;
es waren Walnüsse.
von Annelie Kelch, veröffentlicht am 23. Januar 2018
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Lyrik des Tages

Why-nach-ten - aus anderer Sicht

Why-nach-ten
tell me why
tell me when
walking here
nothing clear
empty streets
dirty sheets
nowone there
takes me home
snow falls down
I 'm alone
ring no bell
why-nach-ten
go to hell.
von Annelie Kelch, veröffentlicht am 28. November 2016
8
Lyrik des Tages

Ein neues Jahr (5 Elfchen)

Winter –
ein krankes Herz
schläft sich gesund
Schatten werden gelöscht im
T a g e b u c h

Herbst –
Die Flut
bringt wieder Zweige
Wind schluchzt Sehnsucht nach
L i e b e

Sommer –
Freiheit wärmt
wie die Sonne
unsere Erde – auf ihrem
S c h w e i g e m a r s c h

Frühling –
In Gedanken
lebe ich längst
den Sommer; er öffnet
R o s e n – und H e r z e n

Nächte –
mein S c h w e i g e m a r s c h
durchs T a g e b u c h –
R o s e n und H e r z e n
auf dem Einband verkünden
L i e b e
von Annelie Kelch, veröffentlicht am 26. Januar 2018
5
Lyrik des Tages

Wetterlos - für Robert Gernhardt

Der Winter stürzte nächtens auf dem Eis,
dem schnöden
und brach sich dabei seinen Steiß
den blöden.

Frau Luna lachte: Armes Schwein!
Da stellte er – citissime – das Wintern ein
und legte sich im Schnee zur Ruh!

Was nu?
von Annelie Kelch, veröffentlicht am 30. November 2016
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Lyrik des Tages

Why-nachten?

Why nachten?
Lass uns wachen
Unsinn machen
lachen über
dumme Sachen
sinnlos schön
spazieren gehn
im Schnee
tut nicht weh
das bisschen Frost
am Geländer: Rost
nein, bitte keinen Apfelmost
lieber schwarzen Tee
heiß mit Zucker und Milch
da drüben der Knilch
will abhauen
ohne zu bezahlen
ach, ich muss noch
das Bild für meinen Schatz
zu Ende malen
krieg doch 'nen Schmatz
vom ihm dafür
Why-nachten
steht vor der Tür
Öffnen wir?
Ja, aber erst
fünf nach Vier.
von Annelie Kelch, veröffentlicht am 3. Dezember 2016
3
Lyrik des Tages

Leerer Rausch

Viel zu lange getanzt,
haben wir den ganzen Morgen.
Nie wieder raus aus diesem leeren Rausch.
Wir schlafen wenn die Sonne scheint,
viel zu kurz.
Ich seh dich nicht.
Mit einem Lachen fortgewischt,
noch ein Zug, noch ein Schluck,
Augen zu und weg.
Der Bass unter den Füßen, in den Ohren,
in der Dunkelheit tanzt jeder nur für sich.
Im Gedränge berauschter Körper ist kein Platz für dich.
Augen zu und ausgeatmet, tauchst du unter in der schwarzen Menge,
im Takt mit einem leeren Lächeln auf den Lippen.
von Anonym, veröffentlicht am 26. März 2013
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Lyrik des Tages

Die Reisenden Wolken

Drehend, geschwind, in ewigen Kreisen,
das Wettergestirne am fernen Horizont.
Bunt gefleckte Schraubentürme,
flauschige Wolken verwehen über dem Globusrand.
Entstanden im des Ozeans Schoß, gemacht, um zu reisen, aber nicht zu verweilen, über immer wieder fremdem Land.
von Anonym, veröffentlicht am 25. Mai 2012
5
Lyrik des Tages

Der Tod

Wer gibt mir die kraft, wer hält über mich die Hand
wann mach ich mein Abgang, wann kommt der sensenmann
Was digga passiert dann, was is dann mit mein plan
wie man wie Kratz ich ab, sieht man eine Narbe dann
Oder bin ich total verbrannt, oder liegt meine Leiche im Ozean
oder wer ich schwer krank, oder sterb ich sehr sanft

An den Tod denk mal daran, nicht an Party und aftern
nicht Harry sein und Spaß habn
Der Tod kommt ohne Gnade, kommt mit der roten Fahne
Du sagst bitte bitte...
von Anonym, veröffentlicht am 25. April 2014
8
Lyrik des Tages

Sonne

Sonnenlicht verfinstert den Sinn, diesen nicht begreiflichen Sinn des Lebens und Sterbens. Trocknet aus die fruchtbarsten Felder. Verschmälert den schon schmalen Pfad des Glücksuchenden. Sterbet ihr Wesen, die ihr da wandelt auf der grausamen Welt, die Sonne schaut nicht weg. Wir so einsam hier unten, die helle Scheibe dort oben in der ebenso leeren Kälte. Muss sie deshalb umso heißer brennen?
von Anonym, veröffentlicht am 25. Mai 2012
12
Lyrik des Tages

Crying to the Moon

So unsicher, dass nur Psycho-Tests im Internet mir sagen können, was zu denken, was zu fühlen, was zu tun.
Ich würde so gern zu jemandem sagen: Fly Me To The Moon, meine Seele vereinen und zusammen ausruhen.
Doch blieb mir dies schon schon immer vergönnt, zeigte ich mein wahres Ich, ich weiß nicht, ob ihr dann renntet.
Ich bin so verloren, ein einsamer Wolf, der den Mond anheult. Ich bin verloren.
von Anonym, veröffentlicht am 18. Oktober 2012
6
Lyrik des Tages

Die Wartenden Wolken

Wehende Wimpel auf welthohem Wipfel,
Wattige Wolkenfelder, heute in weißem Gewand.
Wollen wir einen verwunschenen Schritt weiter wagen, in den wähnenden Abgrund, oder warten auf den warnenden Winde, der uns zuwispern wird unseren Wahne?
Doch ich weiß, dass die Wolken uns werden tragen.
Ob in der Wirklichkeit oder im wartenden Traume nach dem Tod.
von Anonym, veröffentlicht am 26. Mai 2012
15
Lyrik des Tages

Der Rote Faden

Die Weite erstreckt sich vor mir, öffnet meinen Geist der Erkenntnis, dass das Leben jetzt gelebt werden muss. Über mir das strahlende Himmleszelt, unter mir rauer, dunkler Stein, vor mir das berauschende Nichts und in meinen Ohren tost ein Geräuschekonzert, eine Ode an die Freude. Stehend am Abgrund finde ich diesen roten Faden, den ich so lange verloren geglaubt, wieder. Den Sinn meines Lebens.
von Anonym, veröffentlicht am 26. Mai 2012
8
Lyrik des Tages

Augenblick

Wenn man dir in die Augen blickt, ist es als sähe man die stille See,
so klar und ruhig, fast durchsichtig
man verliert sich in der Zeit als flöge man durch die Leere
und die Wahrheit bleibt in irgendwelchen Tiefen verborgen
ich will wissen, ob sich etwas hinter der Oberfläche versteckt
aber mir präsentiert sich nur die wunderschöne Fassade
von Anonym, veröffentlicht am 19. Oktober 2012
11
Lyrik des Tages

Der Taschenwärmer

Wenn es kalt wird, du frierst,
und es vor Kälte klirrt,
dann nehme das,
dass du warm wirst,
denn darauf ist Verlass
von Anonym, veröffentlicht am 8. Dezember 2014
7
Lyrik des Tages

Das verbotene Wort

Es war einmal ein Neger
der war ein Postausträger.
Und einmal trug er Post
zum jungen Fräulein Most.
Sie bat ihn kurz herein
um bei ihr da zu sein.
Schnell waren sie per du
sie fragte: Wie heißt du?
er sagte es ihr so:
Ich bin der Neger Jo.
Dass du dich schnell verpisst!
Ach du verdammter Rassist!
Sie drohte ihm den Schläger
Man sagt das Wort nicht: Neger!
von Anonym, veröffentlicht am 17. Juni 2015
18
Lyrik des Tages

Haiku: Liebe

Rauf und Hinunter.
Das Leben bleibt nie stehen.
Wie die Liebe auch.
von Anonym, veröffentlicht am 18. Dezember 2016
6
Lyrik des Tages

Dieser Tag

Ich denke nicht,
denn ich kenn mich nicht.
Hinter meiner Stirn
ist kein Gehirn.
Es ist weg!
Ach du Schreck!
Ich weiß nicht was ich einst Mal sah,
ich weiß was ich einst Mal war.
Es ist weg!
Ach du Schreck!
Ich weiß nicht was ich machen soll,
ich merk nur es ist grauenvoll.

Und dann kam dieser Tag,
den ich nie vergessen mag,
denn er war so schön,
'hab mich lang' nicht so lachen gesehen.
Ich erinnere mich wieder,
auch an unsere Lieder
die wir zusammen schrieben,
sagten:wir werden uns in die Ewigkeit liebrn
von Anonym, veröffentlicht am 10. November 2020
5
Lyrik des Tages

Traumwelt

Wie ein schöner Traum war der letzte Tag.
Fühlte mich wie in Trance, mit meinen Gedanken die Wirklichkeit webend. Ganz im Mittelpunkt der Welt, da sie war meine Welt. Doch alptraumhafte Bilder holen mich nun wieder ein, die Macht der Fantasie mir entgleitet. Kalter Alltag du, bist wieder hier zu früh.
von Anonym, veröffentlicht am 26. Mai 2012
10
Lyrik des Tages

Mein Traumland

In meinem Traumland
gibts einen Baum
und feinen Sand
man sieht ihn kaum.

Und überall Zitronen
in denen kann man wohnen.
Lianen sind Spaghetti
Es regnet nur Konfetti.

Ein Fremdwort ist missglücken
- auch gibt es keine Mücken.
Arschloch wär ein Sprachtabu
und es gäb keine CDU.
von Anonym, veröffentlicht am 17. Juni 2015
13
Lyrik des Tages

Freiheit, Frieden und Liebe

Die Freiheit ist blau wie der Himmel im Sommer.
Der Frieden ist grün wie die unberührte Natur.
Doch die Liebe ist rot wie das Feuer in den Herzen.
Bereit, sich auszubreiten, sodass es nicht mehr möglich sein wird, es zu löschen.
von Anonym, veröffentlicht am 27. Mai 2012
6
Lyrik des Tages

Anfang Ende

Aller Anfang ist so schön
doch alles hat ein Ende.
Hab dich tief in mein Herz geschlossen
doch du hast es weggeschossen.
Du musst wissen
ich vermisse dich.
Tränen fließen langsam ins Kissen
denn mein Schatz ich lieb nur dich!
Niemand wird dich je ersetzen
die Sehnsucht nach dir..riesengroß
Wieso musstest du mich so sehr verletzen?
Die Frage stell ich mir bis zum Tod.
Aller Anfang ist so schön
doch alles hat ein Ende!
Denkst erst es wäre so perfekt
dann..Schluss, aus vorbei
Für immer.
von Anonym, veröffentlicht am 6. April 2013
10
Lyrik des Tages

Gott braucht nicht nur große Leute

Gott braucht nicht nur große Leute,
nein er braucht auch dich.
Darum sag: Herr nimm mich heute und gebrauche mich.

Oft fragst du: Was kann ich schon für meinen Herrn heut machen?
Sprich mit ihm erzähl von ihm, auch wenn die anderen lachen
von Anonym, veröffentlicht am 9. Dezember 2014
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Lyrik des Tages

Nach oben.

Aufgeblasen, bunt und prall, ein Luftballon fliegt mit mir ins All. Er ist gefüllt mit Träumen, nur so kann ich entfliehen zu engen Räumen. Und nur alleine kann ich steigen, wir werden aber nicht auf ewig getrennt bleiben. Eines Nachts komme ich dich holen, nachdem ich gefunden unser Paradies. Hoffentlich wirst mich noch erkennen und lieben, verändert, verbessert? Nenn mich, wie ich einst hieß.
von Anonym, veröffentlicht am 28. Mai 2012
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