Die gesammtelten Werke der „Lyrik des Tages”

Gesammelte Lyrik

Die gesammelte Lyrik der letzten Jahre, alphabetisch nach Nutzernamen sortiert, findest du hier. Du möchstest deine Lyrik auch hier veröffentlichen? Dann schau einfach bei der »Lyrik des Tages« vorbei und fülle das Formular mit deinen lyrischen Inhalten aus. Viel Erfolg!

Lyrik des Tages

Wolkenkratzer

Hochhäuser weit in den Himmel ragen sie.
und kratzen an den Wolken entlang.
Höhenangst im freien Fall, schlägt hart auf!
Die Treppe, die Stufen beschreiten, bereiten Besuch.
Klingel, Gebimmel wirbelt Staub auf, weckt Leute.
Generationen, treffen Gespräche und Zwist zwischen, neben Nachbarn.
Ruhe stört, Leben mal ein Pausenton!
von Alles verbindet sich, veröffentlicht am 24. Mai 2012
6
Lyrik des Tages

Was bleibt

Wenn ich an diese Momente denke,
in denen
die Welt
für sechzehn Stunden
still stand
stockt mein Atem
in meiner Brust
vor Lust

Die Glückseligen
wie perfekt
zusammengesetzte
Puzzleteile
liegen sie da
völlig ergeben
ihrem
Tausend Prozente Karma

Wenn ich an diese Momente denke,
in denen
ich
für sechzehn Monde
still stand
weint mein Auge
kocht mein Blut
vor Wut

Schmerzhafte Wunden
tagein, tagaus
Noch immer
fühlen wir uns
verbunden
Doch
jeder
bleibt für sich

Einen Schritt vor
drei zurück
Ich bin für dich
nur ein Sammlerstück,
eine Spielfigur
Mit mir
spielst du nur
- wie in dieser Nacht

Es war ein schöner
Tanz
mit dir
Doch bleibt nicht der
Figuren Glanz
dafür
jede Menge
Ignoranz
von AMD, veröffentlicht am 3. Januar 2018
2
Lyrik des Tages

Verlust

Sanft wiegt der Wind die Weiden,
bis in die graue Zeit hinein.
In der uns wohl bewusst wird,
einmal endlich zu sein.

Der Verlust eines Freundes
und sei er auch von Tiergestalt.
Wiegt nun schwerer als Gewichte aus Eisen
und erfühlt sich auch so kalt.

Warum nimmt man uns die Lieben?
Wo unser Gott doch Liebe ist...
Weinend stellen wir diese Fragen,
während Trauer unsere Seele frisst.

Kühl streichelt der Wind die Wangen
und neblig ist der neue Tag.
Stunden sind nun vergangen,
in denen man sich dies fragen mag.

Was bleibt ist die Erinnerung,
an eine Zeit voller Glück.
Und war sie auch noch so kurz,
so begleitete sie uns doch ein Stück.

Unschuldiges Vertrauen in den Katzenaugen
und weiches Hinschmiegen ans Menschenbein.
Ach, warum hat man Dich mir genommen?
Nun bin ich wieder ganz allein.
von Andrea Wunderlich, Selb, veröffentlicht am 22. November 2017
10
Lyrik des Tages

Weisse Welt

Erster Schnee im Frankenland.
Kuschelwärme am Kamin.
Der Tag an dem der Herbst entschwand
und Nordvögel nach Deutschland zieh'n.

Braten, Klös' und Plätzchen.
Warmer, sanfter Kerzenschein.
Im Arm ein schnurrendes Kätzchen,
in der Hand ein Gläschen Wein.

An den Füssen dicke Socken,
auf dem Tisch ein gutes Buch.
Draussen schneit es dicke Flocken.
"Oh, du saumseeliger Winterfluch!"
von Andrea Wunderlich, Selb, veröffentlicht am 30. November 2017
9
Lyrik des Tages

Der Bettler

Es beginnt die Weihnachtszeit
der globalen Christenheit.
In der Stadtmitte steht ein geschmückter Baum
hell leuchtend und schön anzuschau'n.
Ein Weihnachtsmarkt ist auch daneben
und bereichert das Städter Leben.

Engelchen, Kerzen, Tannenbäume,
vieles schmückt nun manche Räume.
Draussen in der Winterkälte ganz klamm,
steht aber auch ein armer Mann.
Sieht auf Markt und Weihnachtsbaum
und vergisst dabei kurz Zeit und Raum.

Vergessen von seiner Welt
mit barmherziger Hilfe, die ihn am Leben erhält,
glaubt vielleicht gerade er an Gott.
Der Arme braucht keinen Weihnachts-Schrott.
Statt dessen wäre ein Lächeln auch ganz schön,
von den Menschen, die an Ihm vorüber geh'n.
von Andrea Wunderlich, Selb, veröffentlicht am 7. Dezember 2017
12
Lyrik des Tages

Zu kurz

Das Leben,
ein Geben,
ein Nehmen,
viele Themen.

Alles schnell.
Universell.
Viel Profit.
Nicht alle fit.

Zeitgeist getroffen,
ergebnisoffen.
Worte, gedruckt in der Nacht,
kommen Morgen an die Macht.
von Andrea Wunderlich, Selb, veröffentlicht am 10. Dezember 2017
6
Lyrik des Tages

Tierarzt im Stress

So ein Tierarzt hat es schwer.
Er wird bedrängt von einem Kranken-Heer.
Und ein jeder Patient soll schnell fertig sein,
egal ob Hund oder Schwein.

So thronen die Besucher im Wartezimmer,
einer dicht neben dem Anderen,
so wie immer.
Und weit über die Sprechzeiten hinaus,
machen sie Ihm den Garaus!

Keiner lässt ihm eine freie Stund’
immer geht es bei ihm rund.
Quietscht es, bellt es und miaut,
weil keiner auf den Tierarzt schaut.

Der ist ja Arzt aus Leidenschaft
und hilft dem Viech mit ganzer Kraft.
Aber auch er und klingt es auch vermessen,
braucht ab und zu mal' was zu essen.

Nun die Moral von der Geschicht'...
„Bitte quäl' den Tierarzt nicht !“
Sei’ doch geduldig und wisse dann,
er wird ja helfen so gut er kann!
von Andrea,1994,fichtelmaurice, veröffentlicht am 28. November 2018
3
Lyrik des Tages

Was ist Liebe?

Wir bewahren die Sachen im Herzen auf,
die der Verstand nicht verstehen kann.
Sachen die unlogisch sind ,
die man nicht berechnen oder beschreiben kann.

Gedanken,
bei denen der Verstand den Kopf schüttelt und sagt:
Das ist Liebe!
von Anna, veröffentlicht am 7. September 2012
6
Lyrik des Tages

Das Leben

Beziehungen sind scheiße sage ich weise,
auf meiner Reise ins Ungewisse.
Auf der Suche nach meinen Bedürfnissen,
das Leben genießen, die Gedanken fließen.
das Leben ist nicht fair, das weist du genau,
es ist grau und nicht mehr blau!
von AnnaTheMeow, veröffentlicht am 15. Januar 2015
13
Lyrik des Tages

Schneemann mit Cassandra

Der große See ist gefroren,
doch wohin trägt mich das Eis -
Zu den Resten der Binsen neben
der schneebedeckten Bank, auf die
schon lang keiner mehr sank?

Ach, durch den Wald geh' ich nimmer,
da hausen jetzt die Bären
unterm trostlosen Mond.
Und der Schnee ist ein kaltes weißes Meer,
darin kein Fischlein gern wohnt.

Aber bauen will ich von Herzen,
einen großen Schneemann, der lacht.
Und wenn ihr eure Augen zumacht,
seht ihr das: Cassandra, mein Kätzchen,
hat schon die erste Kugel vollbracht.
von Annelie Kelch, veröffentlicht am 6. Dezember 2016
7
Lyrik des Tages

Habemus

habemus freiheit und demokratie
habenus pornografie und tv
habemus papam

habemus Angie & Angélique
habemus Tennis und
menschenwürdige Flüchtlingspolitik
habemus papam

habemus Aldi, Penny und Lidl
habemus Anne Sophie Mutter nebst Fidel
habemus papam

habemus Fußball und Holsten(tor)
habemus Oper und Heldentenor
habemus papam
von Annelie Kelch, veröffentlicht am 12. Dezember 2016
5
Lyrik des Tages

Die schöne Dicke

Die schöne Dicke …

Die schöne Dicke ruht sich aus von zuviel Kuchen.
Das süße Zeug und auch Bonbons sind dazu angetan -
sie Tag für Tag aufs Neue zu versuchen.

Auch liebt sie süße Brause und Kaffee mit Sahne,
doch niemals trinkt sie Bier – wegen der Atemfahne.

Ihr Liebster, ein Eunuch, war grade zu Besuch;
gleich steht sie auf und liest in einem guten Buch,

das jedenfalls will ich schwer für sie hoffen,
die schöne Dicke von Tamara
ist und bleibt indes - unübertroffen

eine der schönsten Dicken hierzulande;
Tamara malte sie dereinst und ich kopierte -
mit Pinsel, mischte Farben und lavierte,
so gut ich konnte und dazu imstande.
von Annelie Kelch, veröffentlicht am 19. Februar 2018
3
Lyrik des Tages

An die Deiche

(nach: „Hälfte des Lebens“
von Friedrich Hölderlin,
vertont von Wolf Biermann)

Mit roten Kirschen hänget
und voll mit reifen Äpfeln
das 'Alte Land' im Strom.

Ihr ehernen Deiche,
Wehr den tosenden Wassern,
bereitet dem Vieh
das Mahl aus üppigem Wildwuchs.

Weh uns, wo nehmt ihr,
wenn die Flut ausbricht,
die Zuversicht
und wo Gelassenheit
und Stärke?

Die Deiche stehn
kraftvoll und stolz;
im Sturmwind brechen
die Wellen.
von Annelie Kelch, veröffentlicht am 15. Dezember 2016
5
Lyrik des Tages

Um bei dir zu sein

Um bei dir sein zu können ...
müsste ich über einen Regenbogen springen.
Ich habe es oft genug versucht:
Ein aussichtsloses Unterfangen.

Um bei dir sein zu können,
müsste ich über meinen Schatten springen -
bald sind wir zu zweit.
von Annelie Kelch, veröffentlicht am 18. Dezember 2016
7
Lyrik des Tages

Winterzeit - Akrostichon

W ortlos unterm Eis ruht der Badesee.
I ins Dunkel malt der Mondstrahl
Mandalas mit goldenem Zeh
N ach dem Vorbild der Sonnenuhren
T räume im Schnee hinterlassen Spuren
E in Seniorenheim kommt auf Touren
R aoul, der kranke Alte, vergaß seinen
Schal -
Z um allerletzten Mal
E einen Winter erleben,
Weihnachten feiern
I im großen Saal
T ränen im einsamen Zimmer –
zurücklassen
von Annelie Kelch, veröffentlicht am 19. Dezember 2016
5
Lyrik des Tages

Wovon ich morgens träume ...

Der Morgen zieht herauf –
Er ist noch voller Zweifel, Sorgen …
Sein Angesicht ist fahl; er träumt
Vom Krieg, von täglicher Gewalt,
Von Menschen, die den Tag
Verbringen müssen ohne jeden Halt
Und neidvoll schaun auf jene,
Die geborgen

Im eigenen Herzen ruhn und mit sich eins. –
Weshalb scheint nicht die Sonn' für
Alle hier auf Erden gleichermaßen?
Auf Treu und Glauben ausgerichtet,
Fährst du durch die große Stadt
Die ausgefahrenen Spuren alter Straßen,
Versöhnt mit deinem Schicksal
Und der Fügung unseres Seins.

Versöhnt mit deinem Leben,
Sollst du eines Tages vor mir stehen;
Genesen tief im Herzen, wieder froh:
Ich will, dass meine Liebe nicht vergeblich
Ist und war. Dass deine dunklen Augen
wieder strahlen, ach, ich wünsch mir so,
Dass Worte wieder lächelnd über deine
Lippen kommen: zärtlich mir und atemlos,
Dann würd das Herz auch mir vor Freude Beben.
von Annelie Kelch, veröffentlicht am 12. März 2018
5
Lyrik des Tages

Pastoral

Mit Schnee fällt Unschuld vom Himmel:
die Englein schütteln die Flügel aus.
Schnee, ach so weiß wie ein Schimmel -
wer ihn liebt, verlässt jetzt sein Haus.

Der Tag streut leichte Flocken
begräbt den Berg, das Tal,
und auf deine dunklen Locken
fällt Weißglut – pastoral.

Ich sehe: dort bist du gegangen
und taste nach deiner Hand.
Wir zwei, von vorn angefangen:
und vor uns: unschuldiges Land.
von Annelie Kelch, veröffentlicht am 6. Januar 2017
9
Lyrik des Tages

Züge … (in memoriam Primo Levi)

Mein Schatten tastete sich an Worten entlang.
Geld und gute Positionen brachten mich
keinen Schritt weiter. Das Lachen blieb
mir im Halse stecken. Giftpfeile suchten
mein Herz, Einfalt verschwor sich gegen mich.
Ich wurde – endlich – erwachsen: durch euch!

Wer spät reift, bleibt länger Kind.
Nicht alle Kinder sind glücklich …

Sie haben recht, Primo Levi: Ein Mensch ist
etwas sehr Trauriges, trauriger noch als ein Zug, der nur einen Weg kennt.

Ich lebe in diesem traurigen Zug, der Leben
heißt, Mr. Levi – von einem banalen Gedanken
zum anderen – und warte ... auf dessen Ankunft, dort, wo die Schienen enden: wie ein fieberkrankes
Kind, das nicht mehr genesen wird.

Würde ich anderenfalls nicht immer
weiterfahren wollen? – Bis ans Ende
der Welt? Weil ich doch weiß,
dass der Zug nicht dort halten wird,
wo ich aussteigen möchte?
von Annelie Kelch, veröffentlicht am 23. April 2018
3
Lyrik des Tages

Ringelnatzen

Es ist doch kinderleicht, sich nicht zu streiten und zu versöhnen:
Hör doch einfach nicht hin, was der andere quakt.
Musst du denn auch über jeden Unsinn stöhnen
und alles verdammen, was dir nicht behagt?

Sag deine Meinung und knall mit der Tür, aber richtig!
Von Bullerballern lässt du dir nichts gefallen.
Nimm dich doch selber wie die anderen unheimlich wichtig:
Krach ohne jeden Verstand muss ja schließlich widerhallen.
von Annelie Kelch, veröffentlicht am 8. Januar 2017
6
Lyrik des Tages

Unterm Zigeunermond

Willkommen, Nacht!
Willkommen, Mutter der Moirai ...
du stiller dunkler See,
wo Wahrheit Licht sät von
den Sternen und Träume
fragmentarisch enden.

Willkommen, Nacht!
Geburt der schwarzen Schatten …
Du schweigst – dein dunkles Haar,
das sommers wild auf Bäumen
wächst, zerzaust der Wind im Wahn
der Einsamkeit.

Willkommen, Rappe ...
mit den stillen Hufen.
Aus deinem Herzen sickert
schwarzes Blut in meine Fenster.
Ich fürcht' mich längst nicht mehr
vor dir und sehe doch – Gespenster ...

Willkommen, kleiner Tod,
der meinen Tag besiegt.
Biphasisch sterben wir
umschlungen auf dem Laken:
Gewächs mit Widerhaken ...
O Powernap unterm Zigeunermond.
von Annelie Kelch, veröffentlicht am 24. April 2018
2
Lyrik des Tages

Mysterium - Aus meinem Tagebuch

Letzten Sonntag war ich auf dem Friedhof,
mein Gestern zu gießen, das dort begraben liegt.
Nimmt nicht viel Platz weg - die meisten Tage
wuchern in meinem Herzen, uralte Erinnerungen, ach!
Fand im längst Verwelktem einen zartgrünen, jungen Trieb und fragte ihn, wo er hinwolle.
"In dein Herz, irgendwann", seufzte er.

Jetzt sitze ich zu Hause, fassungslos,
und kann es noch immer nicht glauben:
Mein Gestern schlägt Wurzeln - und grünt.
von Annelie Kelch, veröffentlicht am 25. April 2018
5
Lyrik des Tages

Durch die Zelte wandert der Tod

Land - fischmäulig
grau
erstarrt
schon gegen Mittag.

Draußen erfriert
unsere Sonne.
Wir raffen uns auf
zu bezwingen den
strengen Winter
im kalten Herzen.

Lesbos, Belgrad –
kein Wetter für Flüchtlinge,
Pioniere dieses Jahrhunderts.
Durch dünne Zelte
wandert der Tod,

während nach wie vor
diskutiert wird über
- flexible -
Obergrenzen ...
von Annelie Kelch, veröffentlicht am 11. Januar 2017
3
Lyrik des Tages

Hundebrav (mein Schatten)

Hundebrav (mein Schatten)

Sobald man ihn lässt, tritt er aus meinem Schatten,
spaziert mal vor, mal neben mir, wie 's grad sich ergibt.
Urbane Straßen, speziell, wenn 's weihnachtet,
sind ihm suspekt.
Sonntags sinken wir auf das Gras unter der großen Eiche im Park. Sommerwind inszeniert Schattenposse - chinesisch und gratis! -
Wir applaudieren dem Laub, bis wir 's leid und hungrig sind.

Manchmal beklagt er, wir würden uns viel zu selten sehen;
das sehe ich ein, rate ihm, sich von mir zu lösen, aber davon will er nichts wissen,

lauert stattdessen, dass ich heimwegs verweile, mit diesem und jenem plaudere, lässt sich derweil auf Fassaden nieder, schaut 'ne Menge Zeug aus den Ritzen dort,
Tierchen krabbeln im Moos, das liebt er.
von Annelie Kelch, veröffentlicht am 26. April 2018
1
Lyrik des Tages

Glatteis

Sechs in der Früh: Ich wecke meinen Tag,
lasse ihn durchs Fenster schauen.
Unzählige Tage gibt es auf der Welt.

Deiner beginnt schon um Vier,
heut' liegt eine neue Woche vor dir -
wie eine Straße, die man ungehindert
entlanglaufen kann.

Du fällst nicht aus dem Rahmen,
schaust weder nach rechts noch nach links,
bleibst in der Zeit: Das war 's auch schon,

aber bedenke: Draußen herrscht Glatteis -
nicht nur im Winter ...
von Annelie Kelch, veröffentlicht am 13. Januar 2017
7
Lyrik des Tages

Zaghaftes Glühen ...

Zaghaftes Glühen, ach ... das will
ein kalter Wind mir mir heut vertreiben.
Die Kälte malträtiert die Haut der nackten Hände.
Mein ratzekahler Lieblingsbaum spricht Bände,
und ohne helles Kinderlachen bleibt die
Stadt mir fremd – und seelenstill.

Wo sind die Morgenblumen, wo ihr lauer Duft?
Wo ruht der Zauber, der den Frühling stets begleitet?
Inzwischen ist auch noch die Sonne eingeschlafen.
Schichtwolken quellen grau am Himmelshafen,
der eisig schweigt, kein Vöglein singt in dieser Luft.

Ich denke hin und her und kreuz und quer,
und sehne mich, weiß nicht so recht, wonach ...
Vielleicht nach weißen Schiffen auf dem lichten Meer,
vielleicht nach Sträuchern mit 'ner reifen Stachelbeer.
Nach ihm, der keine Ahnung davon hat, ich mich verzehr?
von Annelie Kelch, veröffentlicht am 27. April 2018
5